MoWa Rockt im Interview mit "The Zsa Zsa Gabor's"

Wir hatten die Gelegenheit mit den Jungs von "The Zsa Zsa Gabor’s" aus St. Pölten zu plaudern. Seit 2013 machen die vier Freunde lauten und ehrlichen Punkrock. Bum, Zack, Energie & Attitüde - so beschreiben Sie Ihre Musik und haben definitiv eine Menge Spaß auf der Bühne. Mittlerweile sind sie doch auch etwas erwachsen geworden, aber im Herzen sind und bleiben sie Punks. Als „Urgesteine“ in der Musikszene haben wir von ihnen natürlich auch Tipps für Newcomer abgestaubt und mit ihnen über die aktuelle Auftrittssituation für Musiker im Most- und Waldviertel geplaudert.

Euer Bandname lässt ja nicht unbedingt auf eine Punkband schließen, wie seid ihr darauf gekommen? Wir haben ja vorher schon alle in anderen Bands gespielt und wussten, wir brauchen bald einen Namen. Wir hatten einen Zettel mit vielen typischen Punkband-Namen und Mots hat dort einfach „The Zsa Zsa Gabors“ draufgeschrieben, weil unser Gabor eben Gabor heißt. Jeder hat sich gefragt, warum „The Zsa Zsa Gabor‘s? Und genau das hat dann gepasst, weil‘s einfach keinen Sinn macht und eben sehr außergewöhnlich für eine Punkband ist. Außerdem hat der Namen auch einen kleinen Glam-Faktor.


Uns ist zu Ohren gekommen, dass es in St. Pölten einen Proberaum-Engpass gibt. Wo habt ihr euch einquartiert? Wir proben in Prinzersdorf und hatten echtes Glück mit unserem Proberaum. Es ist eigentlich eine alte Fabrik und es gibt dort keine weiteren Proberäume. Man kann also rund um die Uhr Krach machen. Obwohl, eigentlich erst ab 18:00 Uhr. Jetzt hat sich nämlich dort die Polizeischule eingemietet. Wir haben denen auch einen Song gewidmet. Der Proberaum liegt zwar im dritten Stock ohne Lift und die Schlepperei ist oft sehr mühsam, aber wir geben den Proberaum sicher nicht mehr her.


Copschool | Official video from the album "Black Roads Blank Thoughts" 2017

Ihr habt ja bereits 3 Alben herausgebracht und über die Jahre vermutlich schon sehr viele Songs geschrieben, wann kommt Album Nummer 4? Also wir sind absolut gute Songverwerter. Jeder Fetzen wo was draufsteht wird genutzt, auch wenn er schon 10 Jahre alt ist. Alles wird zu einem Song verwertet und wir haben heuer tatsächlich unser viertes Album im Graveyard Studio, Amstetten aufgenommen. Fritz von UNAVOIDABLE sorgt auch dieses Mal wieder für eine druckvolle Produktion. Das Album wird Anfang 2020 released.


Welchen Tipp habt ihr für Bands, die zum ersten Mal ein Album aufnehmen möchten? Vorbereitung ist einfach alles! Und das geht ja heutzutage auch schon relativ einfach, indem man seine Songs mit dem Handy oder einem Aufnahmegerät im Proberaum aufnimmt und die Lieder dann auch richtig fertig auscheckt. Das Schlimmste ist, wenn du mit unfertigen Songs ins Studio gehst. Wenn du dort zum Proben anfängst, wird der Studiotyp sicher ungemütlich.


Was auch ganz wichtig ist: das richtige Studio aussuchen. Also ein Studio nehmen, das auch schon deine Musikrichtung aufgenommen hat. Am besten man hört sich vorab an, welche Bands das Studio bereits aufgenommen hat und schaut, dass es auch das eigene Genre ist.


Was sagt ihr zur Auftrittssituation im Most- und Waldviertel? In erster Linie fehlt es an Publikum. Wenn du nicht selbst aktiv bist und selbst veranstaltest, hast du wenig Chancen, dass du wo unterkommst. Es gibt eh die bekannten Locations wie z.B. den Freiraum in St. Pölten, aber es muss ja auch wer hingehen und vor allem veranstalten. Und an den Veranstalter mangelt es natürlich auch. Veranstalter die engagiert sind und solche Events auf die Beine stellen. Da fehlt es aber natürlich auch ein bisschen am Nachwuchs. Unsere Generation ist jetzt auch schon so, dass da schon Kinder da sind und das Fortgehen nicht mehr erste Priorität ist. Aber die Basis - die jungen Leute- die etwas auf die Füße stellen, so wie es wir damals gemacht haben, das gibt’s kaum noch. Weil sich keiner mehr die Arbeit antun möchte.


Gibt es nicht nur zu wenig Veranstalter, sondern auch zu wenig Bands? Bandprojekte gibt es natürlich schon einige. Aber die wenigsten schaffen es aus dem Proberaum raus. Warum? Eben, weil es zu wenig Auftrittsmöglichkeiten gibt. Wenn es die Veranstaltungen gäbe, dann wären die Bands eingeladen und dann führt das eine zum anderen. Aber das ist leider nicht leicht. Es ist auch viel kompliziert geworden zu veranstalten. Kostet alles zu viel Geld und meistens hast du auch zu wenig Besucher.


Was können Bands also tun, um es aus dem Proberaum raus zu schaffen? Jeder der mit einer Band was machen will, muss sich selbst an der Nase nehmen und aktiv sein. Versuchen selbst zu veranstalten und vor allem mit Veranstalter kommunizieren und mit anderen Bands Austauschgigs vereinbaren. Das machen wir ja im Prinzip auch viel. Und so kommst du dann auch raus. Aber nicht einfach im Proberaum sitzen und jammern „uns will ja keiner“.


Sind Bandcontests eine gute Gelegenheit mal rauszukommen? Gerade als Newcomer musst du auch mal für 0 Gage spielen und draufzahlen und versuchen reinzukommen. Manche Bands sind sich da aber auch zu gut dafür. Sehr viele versuchen sich dann auch an Bandcontests. Das sind aber sehr seltsame Konstrukte. Aber bevor du überhaupt du keine Chance hast, machst du halt das.




THE ZSA ZSA GABOR'S

Gründung: 2013 | Homebase: St. Pölten | Genre: Punkrock


Band Members:

Hurricane Harry(Gitarre/Gesang) | ZZ Gabor (Drums) | Mots T. Sux(Bass) | Paul le’Buche (Gitarre)


Social Media & Web:

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