Interview mit RASTATRONICS - Mostviertel & Reggea!

Wir haben nachgefragt: Mostviertel und Reggae, wie geht sich das aus? Offensichtlich ganz gut! Zeigt sich, dass sich österreichische Mundart, ähnlich zum jamaikanischen Dialekt, hervorragend mit Offbeat-Riddims vereinen lässt. Das beweisen auch Rastatronics, die sich gemeinsam mit ihrem Trommler aus Mali auf die Suche nach den Roots des klassischen Reggaes begeben. Dabei erforschen sie die Untiefen gesellschaftlicher Probleme und konsumorientierter Konformität, finden den Ursprung und die Lösung aller Schwierigkeiten in der Technologie und lösen alle Ambivalenzen ganz nebenbei mit sonnigem Feel-Good Rub-A-Dub. Also mostviertler Reggae? – Ja, bitte! Whoop!


Im Interview sprechen die Jungs von Rastatronics über die Planung ihrer EP, erzählen vom Wohnzimmerkonzert und klären den Mythos um den schlafenden Bassisten auf.

Wie ist eure Band entstanden?

Den Bandnamen gibt es schon seit 2012, die Band in ihrer jetzigen Formation aber erst seit 2016. Anfangs bestand die Band nur aus zwei Personen, mittlerweile sind es schon fünf. Damals haben wir noch mit Live-Loops gearbeitet, um eine ganze Band zu imitieren. Durch viele Zufälle ist die Band dann über die Jahre hinweg gewachsen. Unser Sänger hat unseren Perkussionisten Usman beim Besuch einer Veranstaltung im Lokal „Zum Kuckuck“ in Amstetten kennengelernt. Usman war dort Barkeeper.



Fotocredits: www.lilium-pictures.at & www.fotolehner.com


Hört ich auch privat alle gerne Reggea?

Ja, wir besuchen gemeinsam Festivals und Konzerte und teilen untereinander Lieder, die uns gefallen. Das hilft auch beim Komponieren neuer Lieder - dafür müssen wir alle auf derselben Wellenlänge sein.


Was möchtet ihr mit eurer Musik vermitteln?

Wir haben zum einen Lieder wie „Nummer im System“, die Probleme in unserer Gesellschaft aufzeigen sollen. Deshalb sind unsere Texte auch in Mundart geschrieben. Wir möchten verstanden werden, und zum Nachdenken anregen. Unser Programm wird aber durch Feel-Good Songs abgerundet, die das Publikum zum Tanzen bringen sollen. Es ist hoffentlich für jeden etwas dabei!


2018 habt ihr nach 6 Jahren Bandbestehen das erste Musikvideo zum Song „Watch us“ veröffentlicht. Habt ihr euch damit einen Traum erfüllt?

Es heißt ja „Gut Ding braucht Weile“. Die Lieder unserer ersten Singles „Sunshiny Day“ und „Watch Us“ existieren schon länger, wir haben sie aber über die Jahre immer wieder neu arrangiert und damit verbessert. 2018 waren sie dann schlussendlich bereit fürs Studio. Wir haben uns mit unserer Musik schon einige Träume erfüllt. Anfangs dachte sich keiner von uns, dass wir mit selbst komponierten Liedern und Mundart Texten so weit kommen werden. Zum Träumen werden wir aber nicht aufhören, wir planen momentan schon die Produktion einer EP.





Welcher Auftritt wird euch immer in Erinnerung bleiben? Jeder Auftritt ist für uns eine einzigartige Erfahrung. Egal wie groß das Publikum ist, wir versuchen auf der Bühne Spaß zu haben. Heuer hatten wir aber wirklich einen Auftritt der uns für immer in Erinnerung bleiben wird. Wir durften in Linz Teil einer „Sofar Session“ sein, die in einer Wohnung im 17. Stock eines Hochhauses stattgefunden hat. Über 70 Zuhörer und eine Band mit voller Besetzung auf so engem Raum – das ist schon was ganz Besonderes!


Wie findet ihr das Auftrittsangebot in der Region?

Es könnte auf jeden Fall mehr Lokale geben, in denen Bands zu fairen Konditionen auftreten dürfen. Wenn man in der Szene noch keine Kontakte hat, ist es echt schwierig Bühnenerfahrung zu ergattern. Wir dürfen heuer beim Beserlpark Festival und beim Kasumama Festival auftreten. Es war auf jeden Fall harte Arbeit bis hier her.



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Auf Facebook sieht man einige Fotos von eurem Bassisten, der gerade gemütlich "mützt"- passiert das auch Live? ;-)

Zum Glück nicht! Man braucht für Reggae Musik zwar das bekannte „Laid-Back Feeling“, vom Einschlafen ist das aber weit entfernt. Wer schon mal bei einem Reggae Konzert war weiß, dass diese Art von Musik sehr viel Energie aufs Publikum transportieren kann. Das versuchen wir bei unseren Auftritten auch zu erreichen.



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