Unser Proberaum – was muss der alles können?


Wir haben vor einiger Zeit begonnen, unseren Proberaum zu „pimpen“ und freuen uns über die Fortschritte. Wir haben fast alle unsere Wünsche umgesetzt und möchten - im Sinne der Community - unsere Erfahrungen natürlich mit euch teilen.

Die Ausgangssituation Wir haben einen sehr großzügiger Raum mit ca. 10m x 5m und ca. 4m Deckenhöhe. Als wir den Raum zum ersten Mal im leeren Zustand betraten, war der erste Eindruck: riesig und stark verhallt. Man fühlte sich fast wie in einer Kirche. Es war klar: bis aus einem leeren Raum ein brauchbarer Proberaum entsteht, liegt noch einiges an Arbeit vor uns.

Bevor wir begonnen haben den Raum einzurichten, haben wir uns überlegt welche Dinge uns besonders wichtig sind:

  • guter Raumklang

  • ausreichend Platz für jeden Musiker

  • schnell & einfach Einsatzfähig

  • schnell & einfach Multitrack-Aufnahme erstellen

  • kein Kabelsauhaufen

  • Platz zum Chillen

Aufstellung & Raumaufteilung

Zuerst haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie wir uns als Band platzieren möchten und welches Equipment für das Monitoring verwendet werden soll. Nachdem wir noch aus vorigen Bandzeiten eine PA-Anlage haben (2xMackie Thump 15“ + Sub) die sonst verstauben würde, haben wir uns für folgende Aufstellung entschieden:

Das Schlagzeug mittig an die Wand, links und rechts davon die Boxen. Direkt darunter werden auch die Gitarrenverstärker platziert. Der Rest der Band steht vor dem Schlagzeug. Mit dieser Aufstellung kommt man den Höreindruck, den später der Zuhörer haben wird, sehr nahe. Dies ist außerdem eine gute Platzsparvariante, da der komplette Bereich in der Mitte vom Raum frei bleibt. Wir haben auch ein inEar System. Das ist fix im Rack verkabelt und wir können nach Lust und Laune zwischen den beiden Systemen wechseln.


Möglichkeit für Multitrack-Aufnahmen

Wir haben das Drum-Set komplett mikrofoniert. Der Bassverstärker wird per DI abgenommen und vor jedem Gitarrenverstärker hängt ein Mikro. Der Kemper (Was das ist haben wir in diesem Blog-Artikel näher erklärt.) wird ebenfalls per DI Out abgenommen. Alles in allen kommen wir auf 15 Kanäle.

Um ein Kabelchaos zu vermeiden verwenden wir vom Mischpult zum Schlagzeug ein Multicore. Der Rest der Kabel verschwindet entweder unterm Teppich oder hinter den Möbeln. Alles läuft zentral bei einem 19 Zoll Rack zusammen, in dem auch das Mischpult verbaut ist (Behringer X32 Rack). Hier ist auch gleich der Kemper fix montiert und verkabelt. Um eine Multitrack-Aufnahme zu starten, benötigt man nur noch einen Laptop mit irgendeiner DAW Software, welcher per USB mit dem Pult verbunden wird.

Raumklangoptimierung

Wir waren schon zu Gast in anderen Proberäumen. Oft sind die Wände zu 100% mit Akustikschaumstoff ausgekleidet. Klanglich hat uns das nie überzeugt, weil es so meistens dumpf und unnatürlich klingt. Das Problem aus unserer Sicht ist, dass diese Schaumstoffplatten nur die Höhen dämpfen und im Bassbereich und unteren Mittenbereich absolut wirkungslos sind. Das Ergebnis ist ein Bass und Mittenbetonter Raum ohne jeglichen Höhen: es klingt dumpf.

Daher unser Plan: Zuerst mal das Nötigste machen, dann hören wie es klingt und bei Bedarf gezielt die Klang-Probleme angehen.

  • Teppichboden im ganzen Raum. Dazu haben wir ganz günstig Teppichbodenfliesen erstanden und verschiedene Teppichreste zusammen "geschnorrt".

  • Vorhänge vor den großen hohen Fenster. Wir haben in Verdunkelungsvorhänge investiert. Die sind schön dick, und halten auch die Hitze/Kälte fern. Mit diesen beiden ersten Punkten haben wir einen Großteil des lästigen Halls eliminiert. Es war aber noch lange nicht genug.

  • Weitere Akustik-Elemente! Direkt hinter dem Schlagzeug und in den Ecken haben wir extra dicken Schaumstoff befestigt. um den Bassbereich etwas zu zähmen. Um den Raum etwas wohnlicher zu gestalten, musste eine große Couch her. Auch die hat maßgeblich zur Klangoptimierung beigetragen. Von der Baustelle ist uns einiges an Dämmwolle übrig geblieben. Daraus waren ganz schnell ein paar zusätzliche Bassfallen gebaut: ein Holzrahmen, Dämmwolle rein, bespannt und fertig. Hier gilt: je dicker desto besser. Wir hatten auch noch alte Matratzen rumliegen, die wir ebenfalls verwenden wollten. Leider sind diese sehr unpraktisch zu handhaben. Auf Amazon fanden wir Abhilfe: eine Matratzenaufbewahrungstasche. Darin wurden zwei Matratzen verpackt und mit zwei Haken an die Wand montiert. Mit Fotos, Postkarten oder was auch immer beklebt sieht das sogar ganz passabel aus.

Die kleinen Extras rundherum

Es war uns wichtig, dass wir beim Eintreffen im Proberaum nicht lange Um-/Aufbauen müssen. Darum haben wir alles sauber verkabelt und ausreichend Stromverteiler verlegt. Mit wenigen Handgriffen ist der Proberaum voll einsatzfähig. Der Kühlschrank ist eigentlich das Herzstück des Proberaums. Er ist immer gut bestückt und versorgt uns immer mit gut gekühlten Gersten-Malz-Kaltschalengetränken. Die Möbel haben wir Großteiles „zusammengeschnorrt“ darunter war auch ein Schreibtisch. Der ist wirklich sehr praktisch, wenn man auch im Proberaum etwas „arbeiten“ möchte.

UNSER FAZIT

Wer sich Zeit nimmt und sich intensiv mit der Planung des Proberaums beschäftigt, kann vieles Optimieren. Wir sind mit unserem Ergebnis sehr zufrieden. Klangtechnisch werden wir noch ein paar Kleinigkeiten erledigen und laufend verbessern.


Du möchtest uns im Proberaum besuchen? Dann melde dich einfach bei uns und schau auf einen Sprung vorbei! Wir freuen uns auf dich!

#TechTalk #Sound

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