Geldspartipps für Gitarristen - Patrick Geisler im MoWa TechTalk


Patrick Geisler spielt seit seinem 14. Lebensjahr Gitarre und ist seit dem laufend in Bands unterwegs. Vor drei Jahren begann er als Guitartech bei der Christina Stürmer Band. Geld ist bei jungen Musikern knapp, das weiß Patrick aus eigener Erfahrung sehr gut. In seinem MoWa-Gastbeitrag gibt er euch ein paar Tipps, wie man bares Geld sparen kann!


(c) Markus Halbmair

Guter Ton für wenig Geld?

Guten Tag zusammen! Ich muss wohl zuerst beichten, dass ich auf richtig dicke Röhrenamps stehe und auf Gitarrensounds der 80er Jahre sowieso total abfahre! Das hat mein Denken, Handeln und mein Verständnis einen guten Sound zu kreieren sehr geprägt. Man mag vermuten, dass dies im heutigen digitalen Zeitalter sicher nicht mehr zeitgemäß ist. Die Gerätschaften werden leichter, billiger und sind quasi die "eierlegende Wollmilchsau". Doch bei aller Achtung davor, ein guter Röhrenamp der genug in die Endstufe gefahren wird fühlt sich einfach saugeil an!

Als mich die Leute von MoWa Rockt um diesen Beitrag baten, dachte ich zuerst: "Ach du Sch****, wie soll das gehen? Billig und gut?"

Ich spiele seit meinem 14. Lebensjahr Gitarre und bin eigentlich seit dieser Zeit immer in Bands gewesen. Teilweise in drei an einem Stück. Vor drei Jahren bekam ich dann noch nebenberuflich einen Job als Guitartech bei der Christina Stürmer Band. Meine Aufgabe war es, die beiden Gitarristen und auch den Bassisten im Bühneneinsatz zu betreuen. Eines könnt ihr mir glauben: ich habe in den Jahren dort einiges dazugelernt. Aktuell bin ich als Gitarrist bei der Band STEEL Rocks zu hören und habe auch noch andere Jobs als Gitarrist - die Abwechslung macht's ja bekanntlich.

Günstiges Equipment gibt's wie Sand am Meer! Dank Thomann bekommt man Gitarren-Sets um nicht einmal 100 Euronen, wobei eBay und Konsortien natürlich auch ihren Beitrag leisten. Doch wie kommt man jetzt wirklich an günstiges (dem Aufwand entsprechend) professionelles Gitarren-Equipment? Wo kann man sparen und wo sollte man nicht zu knausrig sein?

1. GEDANKE: Wir brauchen zuverlässiges Equipment!

Ich will euch jetzt nicht sagen, welche Gitarre, welcher Amp oder Effekt am günstigsten zu bekommen ist. Im Onlinestore kann sich jeder selbst "günstige zuerst" einstellen. Dann bekommt man einen neuen Chorus wahrscheinlich schon um gute 25 Euro. ABER meine Philosophie nach mittlerweile 15 Jahren Banderfahrung und Gitarre/Equipment-Bastelei ist etwas anders. Wir sind auf der Bühne auf wirklich zuverlässiges Werkzeug angewiesen und darum bringt es meiner Meinung nach nichts, billig zu kaufen und dafür das Teil fünfmal nachzukaufen, weil es einfach nicht hält. Bei einem billigen Chrous hätten wir dann vielleicht schon 125 Euro ausgegeben. Da würde man schon locker einen MXR Analog Chorus bekommen, der extrem vielseitig ist.

2. GEDANKE: Zuerst denken, dann kaufen!

Geld kann man am besten sparen, wenn man zuerst überlegt, was man genau braucht. Ihr werdet jetzt lachen... Hätte ich früher so gedacht, hätte ich mit Sicherheit nur die Hälfte meiner Tretminen und eine Menge Geld gespart! Einen guten Sound kann man durchaus mit Gitarre und Verstärker alleine erzeugen. Was ich damit sagen möchte: Macht euch im Vorfeld genaue Gedanken was ihr einsetzen möchtet. Wir Gitarristen haben leider den Drang, Equipment zu sammeln und zu horten. Doch seien wir uns mal ehrlich, was davon benötigen wir wirklich? Klar ein Top-40-Gitarrist wird wahrscheinlich mehr an Equipment benötigen als ein Gitarrist, der in einer Rockabilly-Band spielt.

3. GEDANKE: Auf die "Klassiker" setzen!

Vielleicht ist man ja auch schon mit der "Standardware" zufrieden. Es müssen nicht immer die Boutique-Marken wie z.B.: Reußenzehn, Eventide, etc. sein. Vielleicht tut's ja auch ein Treter von Boss, MXR oder so. Bekommen werdet ihr dort fast alles an Effekten, die es so gibt. Und eines kann ich euch verraten: ich besitze seit über 15 Jahren einen alten Klassiker - das DD3 von Boss. Mein Vater fuhr damals mit seinem Geländewagen drüber, als er mich von einem meiner ersten Gigs abholte. Das Ding läuft heute noch!

Ob ihr aber zufrieden mit dem Sound seid, müsst ihr selber wissen - die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

4. GEDANKE: Selber basteln!

Ich habe auch schon sehr gute Erfolge erzielt, indem ich mir Effekte, Kabel und auch Mods an Gitarren selbst gemacht habe. Nehmen wir als Beispiel das Gitarrekabel oder Speakerkabel. Kauft euch doch die Kabel als Meterware und die Stecker dazu. Mit etwas handwerklichem Geschick könnt ihr da ganz schön was sparen. Dazu gibt's natürlich einige Tricks beim Löten. Das zu erklären würde aber den Rahmen sprengen. Richtig gute Kabel im Store zu kaufen kann verdammt ins Geld gehen und an Ton kann man mit gutem Material wirklich einiges herausholen.

MEIN FAZIT: Überlegt euch ganz genau, was ihr benötigt. Es muss nicht immer Neuware sein. Klar dauert es etwas länger, das richtige Teil zu finden, aber über ein Schnäppchen freut man sich immer! Die Geschmäcker sind verschieden - vertraut auf eure Ohren!

Keep cool, stay in tune und cheers!

Euer Patrick!

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#TechTalk #Gitarre

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