Die erste große Investition als Band - unsere Erfahrung!


Wenn man eine neue Band gründet, gibt es anfangs sehr viel zu Entscheiden. Was braucht man wirklich an Equipment, wie viel sollte man dafür ausgeben und in welcher Reihenfolge sollte man zuschlagen? Heute möchte ich über meine persönlichen Erfahrungen berichten und was ich rückblickend vielleicht ganz anders gemacht hätte.

Aus dem Nähkästchen geplaudert …

Als ich damals in die Band Mischkulanz einstieg, hatte jeder der Musiker sein persönliches Zeug beisammen. Es ist selbstverständlich, dass jedes Bandmitglied alles selbst hat, was man zum Musik machen braucht (will). Bei Mischkulanz war damals bereits auch ein In-Ear-Monitoring-System vorhanden. Ich habe mir persönlich noch einen Empfänger und gute angepasste Kopfhörer geleistet. Dann kam die Erkenntnis: wir brauchen eine PA-Anlage samt Mischpult! Jeder von uns hat sich überlegt, was er bereit ist in die Bandkasse vorzustrecken.

Als das Budget gesetzt war, haben wir beschlossen das Equipment zu kaufen. Mischpult (ca. € 500), 2 x PA-Aktivtops (je ca. € 250), 1 x Subwoofer (ca. € 900) + Stative und jede Menge Kabel. Alles in allen haben wir zusammen gut € 2.000 vorgestreckt. Das Ziel war natürlich, in den kommenden Jahren die Investition durch Auftritte wieder hereinzuspielen. Das haben wir auch geschafft.

An dieser Stelle möchte anmerken, dass man für € 2.000 leider nur Einsteigerequipment bekommt und wir hatten anfangs immer wieder Probleme mit unserer Anlage einen guten Sound hinzubekommen. Selbstverständlich lag das zum Teil an unserem damaligen „Nichtwissen“ aber zu einem nicht unerheblichen Teil war das auch der Anlage und der Anlage und dem Mischpult geschuldet.

Schon bald haben wir uns für Gigs zusätzlich einen Tontechniker gegönnt. Der verwendete sein eigenes Mischpult und somit war unseres nur noch zum Verstauben da. Als die Gigs größer wurden, wurde dann auch des Öfteren eine Anlage gestellt. Im Proberaum haben wir durch das In-Ear-System keine Monitore benötigt und somit war die PA die meiste Zeit eingepackt und nicht genutzt.


Was ich daraus gelernt habe:

Das wichtigste ist, dass jeder Musiker (so gut es das Budget zulässt) selbst qualitativ hochwertige Instrumente benutzt. Die Instrumente erzeugen den Klang und sind somit das Fundament, auf dem man aufbauen sollte.

Dann kommt meiner Meinung nach ein gutes, eigenes Monitorsystem. Egal ob man sich für In-Ear oder Lautsprecher entscheidet (hier geht’s zu meinem Artikel: Schon mal darüber nachgedacht auf In-Ear umzusteigen?), diese Investition ist es Wert und hier darf aus meiner Sicht nicht gespart werden. Oft werden Monitore in den Locations gestellt und oft sind die von mieser Qualität. Um eine gute Show abzuliefern ist es unerlässlich, sich und seine Mitmusiker auf der Bühne absolut gut zu hören. Im Proberaum benötigt man sowieso auch ein Monitoring – also hier würde ich definit Zeit investieren, das passende System für die Band zu finden.

Was die PA-Anlage angeht, würde ich heute ehrlich gesagt kein eigenes Equipment mehr kaufen. Wenn man zu einem Anlagenverleih geht, kann man sich um wenig Geld kleine aber hochwertige Anlagen mieten. Die Kosten pro Auftritt sind kalkulierbar und man muss nichts im Voraus bezahlen. Und wenn die Location die Anlage stellt, spart man sich das Geld sowieso komplett!

​Mein Fazit:

Ich weiß, das Budget der meisten Bands ist klein und es wird an allen Ecken und Enden gespart! Wichtig ist, dass man nicht dazu tendiert alles selbst haben zu wollen. Das endet nämlich – wie in unserem Fall – meist so, dass man zwar alles hat, dafür aber nichts Ordentliches (außer man hat € 5.000 Startkapital). Besser ist meiner Meinung nach da zu sparen, wo es nicht zwingend notwendig ist Geld auszugeben (Stichwort PA). Sollte ein Budget vorhanden sein, kann man in qualitativ hochwertige Monitore investieren, welche man ohnehin laufend im Proberaum braucht. Somit macht das Proben mehr Spaß und live kann man sich zumindest auf den Bühnensound verlassen.

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